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Wöhrden. 2003, mitten auf dem Land in Dithmarschen: Ein traditionsreiches Unternehmen geht in die Insolvenz. Der neue Gesellschafter sieht die Chance für eine Rundum-Erneuerung und den Schritt zum Integrationsunternehmen.

Das Ziel: Das Unternehmen SCHEER Heizsysteme soll innovative Technologien für den Klimaschutz entwickeln, international wettbewerbsfähig sein und sozial verantwortlich arbeiten. Konkret: Jeder vierte Arbeitsplatz soll mit einem Menschen mit Behinderungen besetzt werden, gerne auch über 50 Jahre. Funktioniert das? Gibt es überhaupt passende Mitarbeiter? Und können sie mithalten in einem Betrieb, der sich im globalen Wettbewerb behaupten muss?

Auch Nicole Schroeter hat sich diese Fragen gestellt. „Zwei Mitarbeiter haben wir in Werkstätten für Behinderte gefunden, die übrigen haben durch direkten Kontakt oder über das Arbeitsamt aus der Arbeitslosigkeit geholt, sie

hätten sonst auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance gehabt“, erzählt die Geschäftsführerin von SCHEER über ihre Mitarbeiter mit körperlichen, geistigen und psychischen Handicaps. Indem man in Teams arbeite, könne man solche Handicaps aber ausgleichen. Nach sieben Jahren lautet das Fazit von Nicole Schroeter deshalb: „Es läuft besser als ich gedacht habe. Heute haben wir nicht nur jeden vierten, sondern jeden dritten Arbeitsplatz mit Kollegen mit Handicap besetzt.“ Für Burkhard Baum von der Geschäftsleitung Hamburg/Schleswig-Holstein der Deutschen Bank ist dies ein Vorzeigebeispiel für ein international wettbewerbsfähiges Unternehmen, das auch soziale Verantwortung übernimmt:

„In den USA ist dies gang und gäbe, in Deutschland haben wir Nachholbedarf, deshalb sind Preisträger wie Scheer so wichtig.“

Pressebericht als PDF:

PDFArtikel "Kollegen mit Handicap erfolgreich integriert"

Kieler Nachrichten vom 05.04.2011

Das heimische Unternehmen SCHEER Heizsysteme GmbH, Wöhrden

Dank der örtlichen SCHEER Heizsysteme GmbH

Am letzten Januartag wurde in Berlin die Entscheidung bekanntgegeben: Das heimische Unternehmen SCHEER Heizsysteme GmbH verhilft Wöhrden zur Auszeichnung als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2011".

Wöhrden (pdb/rd) Der SCHEER Heizsysteme und Produktionstechnik GmbH verdankt das idyllische Dorf Wöhrden seine diesjährige Auszeichnung im Rahmen des bundesweiten Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen". Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff wurden Beiträge prämiert, die nachhaltige Lösungen für kommende Herausforderungen anbieten und so maßgebliche Trends für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands setzen.

Dass sich soziale Verantwortung und Innovation nicht ausschließen, beweist einmal mehr diese Auszeichnung. SCHEER entwickelt und produziert energieeffiziente und klimaschonende Heizsysteme. Ein Drittel der Belegschaft sind Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ebenfalls ein großer Anteil ist über 50 Jahre alt, wodurch die Berufserfahrung sinnvoll bei der Entwicklung von Innovationen genutzt wird.

Vorreiter in der Brennwerttechnik

Viele Heizanlagen in Deutschland arbeiten immer noch nicht effizient. Nach einer Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks im Jahr 2009 waren von insgesamt 6,14 Millionen Ölheizanlagen in Deutschland nicht einmal 2 Prozent mit Brennwerttechnik ausgestattet. SCHEER ist seit mehr als zehn Jahren Vorreiter dieser Technologie.

"Wir freuen uns, diese Auszeichnung an die Westküste zu holen", freute sich die Geschäftsführerin Nicole Schroeter von SCHEER zusammen mit ihrem Team, als sie von der Auszeichnung erfuhr: "Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundesumweltministers, dass bei Produkten mit relevantem Energieverbrauch den so genannten "Top-Runner-Ansatz" einzuführen." Demnach sollen die zehn Prozent der effizientesten Produkte nach Ablauf einer Frist einen verbindlichen Maßstab für die Energieeffizienz stellen.

Hersteller, die nach Ablauf der Frist die geforderten Effizienzwerte nicht einhalten können, dürfen nach Vorschlag der Bundesregierung ihre Produkte nicht mehr verkaufen. "Unsere Heizsysteme stehen an der Spitze der energieeffizienten Heizungen" ergänzte Schroeter.

Pressebericht als PDF:

PDF 09.02.2011, Büsumer Anzeiger

Land der Ideen

Berlin/Wöhrden (rd) - Zu den deutschen Meistern 2011 in der Realisierung exzellenter Ideen gehört das Unternehmen SCHEER Heizsysteme GmbH aus Wöhrden. Die Namen der neuen Preisträger des bundesweiten Innovationswettbewerb "365 Orte im Land der Ideen" wurden gestern in Berlin bekanntgegeben.

Unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Wulff wurden Beiträge prämiert, die nachhaltige Lösungen für kommende Herausforderungen anbieten und maßgebliche Trends für die Zukunftsfähigkeit des Landes setzen. Dass sich soziale Verantwortung und Innovation nicht ausschließen, beweist die Auszeichnung für das Dithmarscher Unternehmen.

Bei SCHEER werden energieeffiziente und klimaschonende Heizsysteme entwickelt und produziert. Wie Geschäftsführerin Nicole Schroeter gestern mitteilte, besteht ein Drittel der Belegschaft aus Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ein großer Anteil des Mitarbeiterstammes ist zudem älter als 50 Jahre, wodurch die Berufserfahrung bei der Entwicklung von Innovationen genutzt wird.

Heizanlagen in Deutschland arbeiten immer noch nicht effizient. Nach einer Erhebung waren 2009 von mehr als sechs Millionen Ölheizungen weniger als zwei Prozent modernisiert. SCHEER ist seit mehr als zehn Jahren Vorreiter in der modernen Brennwerttechnik bei Heizanlagen. Nicole Schroeter: "Wir freuen uns, die Auszeichnung an die Westküste und nach Wöhrden geholt zu haben."


Die Preisverleihung findet am 01.07.2011 statt.

Pressebericht als PDF:

PDF 01.02.2011 Dithmarscher Landeszeitung

Mehr Informationen zu der Initiativ-Auszeichnung finden Sie unter:
http://www.land-der-ideen.de/

Geschäftsführerin Nicole Schroeter im neuen Trainingsraum für HeizungsinstallateureWöhrden - SCHEER Heizsysteme ist eines der wenigen Dithmarscher Unternehmen, die eine Frau an der Spitze haben. Nicole Schroeter führt die Wöhrdener Firma seit sechs Jahren. Die Entwicklung und der Bau der Heizungsanlagen aber ist noch fest in Männerhand.

"Meine Herren tüfteln gerne", sagt die 29-jährige Geschäftsführerin und meint dies durchaus anerkennend. Schließlich ist die Firma genau auf diese Tüftler angewiesen. "Wir sind ständig dabei, neue Technologien zu entwickeln, um eine Nische auf dem Markt zu haben." Dafür setzt die Firma, die 1953 von Rudolf Scheer gegründet wurde, bewusst auf ältere Mitarbeiter. "25 Prozent sind über 50 Jahre alt", sagt Schroeter, die es zu schätzen weiß, dass die erfahrenen Kräfte spezielles Wissen mitbringen. "Jetzt suchen wir zum Beispiel gerade einen Werkzeugmacher, der langjährige Praxiserfahrung hat."

Auf junge Kollegen will die Geschäftsführerin trotzdem nicht verzichten. "Wir benötigen schließlich auch neues Wissen. Innovative Produkte müssen mit neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung einhergehen." Deshalb arbeitet die Firma häufig mit Hochschulen zusammen und bietet Studenten Praktikumsplätze an sowie Themen für Diplomarbeiten. Derzeit laufen außerdem zwei Projekte mit der Fachhochschule Kiel. Zum einen wird der Einsatz von Nanotechnologie in der Heizungstechnik erforscht, zum anderen die Entwicklung von energie- und platzsparenden Heizkesseln für Krabbenkutter. Damit besinnt sich das Unternehmen auf seine Wurzeln: Das erste, vor 60 Jahren von Rudolf Scheer angemeldete Patent betraf einen Krabbenkocher.
Bernd Meyer ist für den Bereich Forschung zuständig. Hier arbeitet er am neu entwickelten Heizkessel SBN, der so klein ist, dass er gut auf Schiffen eingesetzt werden kann.
Seitdem hat SCHEER zahlreiche Brenner und Thermen auf den Markt gebracht. Auf der ISH-Messe in Frankfurt will die Firma im März ihr neuestes Produkt vorstellen: einen kleinen Ölheizkessel mit 6,5 Kilowatt-Leistung, der auf kleinen Schiffen und Booten installiert werden kann. "Klein in Leistung und Abmaßung" sei generell der Trend bei Heizsystemen. Hinzu kämen Umweltschutz und Energieeinsparung. Und Nanobeschichtungen könnten bald dafür sorgen, dass das Material länger hält.

Das Unternehmen beschäftigt 20 Mitarbeiter. Wert wird nicht nur auf ältere Kollegen gelegt. Seit 2004 ist SCHEER Integrationsunternehmen, ein Drittel der Belegschaft ist behindert. Pro Jahr erwirtschaftet die Firma rund zwei Millionen Euro Umsatz. In den vergangenen Jahren hat sie kräftig am Standort Wöhrden investiert: Eine neue Produktionshalle wurde 2005 eingeweiht, seit dem vergangenen Jahr gibt es einen Trainingsraum für die Kunden sowie einen eigenen TÜV-Prüfstand. Damit sieht Nicole Schroeter das Unternehmen gut aufgestellt für die nächsten Jahre.

Ausgewählter Ort im Land der Ideen

2600 Bewerber gab es in diesem Jahr für den Innovationswettbewerb "Deutschland. Land der Ideen" der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft. In Schleswig-Holstein haben sich sechst Orte durchgesetzt, aus Dithmarschen allein SCHEER Heizsysteme. Die Firma ist das einzige ausgewählte Industrieunternehmen des Landes. Überzeugt hat die Jury, dass "konsequent ältere und behinderte Mitarbeiter integriert" werden, weshalb die Firma zur Kategorie Gesellschaft gehört. Verbunden mit der Auszeichnung ist die Organisation einer Veranstaltung. Diese findet in Wöhrden am Freitag, 1. Juli 2011 statt. Dazu werden 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft eingeladen.


Text und Fotos von Anja Petersen

Pressebericht als PDF:

PDF 07.02.2011 Dithmarscher Landeszeitung, Büsumer Nachrichten · Der Marschbote

Wöhrden - Vor den Ortsgrenzen von Wöhrden tobt die Nordsee. Die Meere werden von Piraten beherrscht, die das Leben der ehrbaren Kaufleute schwer machen. Wir schreiben das Jahr 1281. Ein historisches Jahr: Nur wenige Kilometer von Wöhrden entfernt wurde auf dem Meldorfer Friedhof eine Art Nichtangriffspakt zwischen 13 Kirchspielen der damals freien Republik Dithmarschen und einer Abordnung des Hamburger Senats geschlossen. Der Vertrag wäre längst in Vergessenheit geraten, wenn nicht eines der damals vertretenen Kirchspiele ihn anlässlich der 725-Jahr-Feier der Gemeinde wiederentdeckt hätte. Es war Peter Schoof, Bürgermeister von Wöhrden, der 2006 den Vertrag erneuern und mit Siegeln versehen ließ.

Wollen die Zusammenarbeit weiter ausbauen: Bürgermeister Peter Schoof (links) und Bürgerschaftspräsident Dr. Lutz MohauptEinen Hafen hat die kleine Dithmarscher Gemeinde längst nicht mehr. Und Piraten kreuzen auch nicht mehr an der Nordseeküste. Aber auch heute dreht sich alles um Wirtschaft und Handel. Bisher beschränkte sich der Austausch auf gegenseitige Besuche. Dem umtriebigen Bürgermeister aus Dithmarschen ist dies zu wenig. Viel zu wenig. Ein Gremium soll ins Leben gerufen werden. Gemeinsam sollen Hamburger und Wöhrdener - nebst Umland - wirtschaftliche Potenziale nutzen. Damit dies nicht nur leere Versprechungen sind, lud Schoof hochrangige Vertreter aus Kiel und Hamburg ein. Darunter auch Wirtschaftssenator Axel Gedaschko, in dessen Adern auch ein wenig Dithmarscher Blut fließt.

Die Idee passt ins Konzept des Kreises und des Landes. Dithmarschen versucht, sich als selbstbewusster Partner in der Metropolregion Hamburg zu behaupten. "Nur gemeinsam sind wir stark", betonte Landrat Dr. Jörn Klimant. Zudem rücken die Landesregierungen von Kiel und Hamburg immer enger zusammen - "um Doppelstrukturen zu vermeiden", wie Staatssekretärin Dr. Tamara Zieschang aus Kiel betonte.

Eines hat die Veranstaltung auf jeden Fall schon erreicht: Wöhrden ist bekannter geworden. Unumwunden gab Bürgerschaftspräsident Dr. Lutz Mohaupt zu, dass er bis dahin die kleine Gemeinde gar nicht kannte. Erst jetzt ist Mohaupt die historische Dimension, die die Hansestadt mit der Dithmarscher Gemeinde verbindet, bewusst geworden - die Wurzeln, die bis in die Gegenwart hineinreichen. "Wir sind so etwas wie das Standesamt von Wöhrden."

Die Hansestadt braucht das Umland. Mit 7,1 Millionen Einwohner sei Hamburg als Weltmetropole zu klein, so der Bürgerschaftspräsident. Nur mit den Einwohnern der Metropolregion sei dies zu erreichen. Klimant, der Dithmarschen als nördlichen Außenposten der Metropolregion sieht, hört das gerne. Zumal er gegen das Vorurteil kämpft, dass die ländliche Region nicht wettbewerbsfähig ist. Der Landrat sieht Dithmarschen eher als "Garten der Metropolregion" und möchte gerne gemeinsame Projekte mit der Hansestadt starten und neue Wege gehen. Klimant: "Wir reichen Hamburg die Hand."

Von Angela Schmid /
Norddeutsche Rundschau vom 30.04.2010

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