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In Dithmarschen wird eine neue Technik der Kieler Fachhochschule getestet

Wöhrden. Besonders spektakulär sieht das weiß getüchte Flammenrohr nicht aus. Ist es aber. Das Rohr, das in einem Heizkessel eine Temperatur von über 1000 Grad aushalten muss, ist mit einer Schicht überzogen, die auf Nanopartikeln basiert. Bereits seit Januar dieses Jahres laufen bei der SCHEER Heizsysteme und Produktionstechnik GmbH in Wöhrden (Kreis Dithmarschen) Langzeitversuche. Mit Erfolg. Der Dauereinsatz des Heizkessels habe bisher sehr gute Wärmeeigenschaften bei dem beschichteten Flammenrohr nachgewiesen, betont Geschäftsführerin Nicole Schroeter. Nanotechnologie gilt als Zukunftstechnologie schlechthin. Prognosen gehen von einem weltweiten Marktpotenzial von bis zu einer Billion Euro im Jahr 2015 aus.

Die Firma SCHEER hat sich auf einen Brenner mit blauer Flamme spezialisiert. Der Vorteil liegt in der sehr hohen Temperatur der Flamme von rund 1500 Grad und dem damit verbundenen geringen Ausstoß an Schadstoffen sowie hoher Energieeffizienz.

Jedoch hält dies nur extrem hochwertiger Stahl, wie er auch in Flugzeugturbinen verwendet wird, aus. Die Idee von Professor Mohammed Es-Souni von der Fachhochschule Kiel war, Nanopartikel als Wärme- und damit als Schutzschicht zu verwenden, sodass auch günstigere Materialien in den Hochtemperatur-Brennern eingesetzt werden können.

Das deutschlandweit einmalige Verfahren, das als Patent angemeldet wurde, basiert auf einer gelartigen Lösung. Verwendet wird dafür ein sogenanntes Sol, das mit einem herkömmlichen Nanopulver aufgefüllt wird. „Beim Auftragen dieses Gemisches auf das Rohr wirken die Nanoteilchen des Sols wie ein Klebstoff zwischen den Nanopulverteilchen“, erklärt der Wissenschaftler aus Kiel. Damit entsteht eine festhaftende und widerstandsfähige Keramikschicht, die selbst bei der Ausdehnung des Metalls keinen Schaden nimmt. Bisher habe dies noch niemand geschafft, sagt Es-Souni ohne Stolz. Was sich einfach anhört, ist eine komplizierte Technologie. „Dafür ist sehr viel Wissen notwendig.“

Eingesetzt werden kann dieses Verfahren aus Sicht des Wissenschaftlers nicht nur im Heizungsbereich, sondern überall dort, wo große Hitze entsteht und teure Materialien verwendet werden müssen. Auch ein Einsatz als Korrosionsschutz bei kleineren Teilen im Offshore-Bereich kann sich Es-Souni gut vorstellen.

Ein Jahr läuft das Forschungsprojekt noch. In dieser Zeit werden Untersuchungen durchgeführt, um nachzuweisen, ob als Nebeneffekt des Nanopartikel-Einsatzes im Heizkessel auch Stickoxide abgebaut werden. Zudem wird das ganze Verfahren von der Firma Nanoproofed in Scharbeutz noch für die Serienfertigung angepasst. Mit den bisherigen Ergebnissen ist Geschäftsführerin Nicole Schroeter mehr als zufrieden. „Wir verbessern damit unsere Materialeigenschaften und halten so für unsere Kunden eine innovative Technologie in der Hand, die uns von anderen Konkurrenten absetzt.“

Text von Angela Schmid

Pressebericht als PDF:

PDF 20.05.2011, Kieler Nachrichten

vom 16.9.2011

Das heimische Unternehmen SCHEER Heizsysteme GmbH, Wöhrden

Dank der örtlichen SCHEER Heizsysteme GmbH

Am letzten Januartag wurde in Berlin die Entscheidung bekanntgegeben: Das heimische Unternehmen SCHEER Heizsysteme GmbH verhilft Wöhrden zur Auszeichnung als "Ausgewählter Ort im Land der Ideen 2011".

Wöhrden (pdb/rd) Der SCHEER Heizsysteme und Produktionstechnik GmbH verdankt das idyllische Dorf Wöhrden seine diesjährige Auszeichnung im Rahmen des bundesweiten Innovationswettbewerbs "365 Orte im Land der Ideen". Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Christian Wulff wurden Beiträge prämiert, die nachhaltige Lösungen für kommende Herausforderungen anbieten und so maßgebliche Trends für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands setzen.

Dass sich soziale Verantwortung und Innovation nicht ausschließen, beweist einmal mehr diese Auszeichnung. SCHEER entwickelt und produziert energieeffiziente und klimaschonende Heizsysteme. Ein Drittel der Belegschaft sind Menschen mit Behinderung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Ebenfalls ein großer Anteil ist über 50 Jahre alt, wodurch die Berufserfahrung sinnvoll bei der Entwicklung von Innovationen genutzt wird.

Vorreiter in der Brennwerttechnik

Viele Heizanlagen in Deutschland arbeiten immer noch nicht effizient. Nach einer Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks im Jahr 2009 waren von insgesamt 6,14 Millionen Ölheizanlagen in Deutschland nicht einmal 2 Prozent mit Brennwerttechnik ausgestattet. SCHEER ist seit mehr als zehn Jahren Vorreiter dieser Technologie.

"Wir freuen uns, diese Auszeichnung an die Westküste zu holen", freute sich die Geschäftsführerin Nicole Schroeter von SCHEER zusammen mit ihrem Team, als sie von der Auszeichnung erfuhr: "Wir begrüßen ausdrücklich die Initiative des Bundesumweltministers, dass bei Produkten mit relevantem Energieverbrauch den so genannten "Top-Runner-Ansatz" einzuführen." Demnach sollen die zehn Prozent der effizientesten Produkte nach Ablauf einer Frist einen verbindlichen Maßstab für die Energieeffizienz stellen.

Hersteller, die nach Ablauf der Frist die geforderten Effizienzwerte nicht einhalten können, dürfen nach Vorschlag der Bundesregierung ihre Produkte nicht mehr verkaufen. "Unsere Heizsysteme stehen an der Spitze der energieeffizienten Heizungen" ergänzte Schroeter.

Pressebericht als PDF:

PDF 09.02.2011, Büsumer Anzeiger

Wöhrden. 2003, mitten auf dem Land in Dithmarschen: Ein traditionsreiches Unternehmen geht in die Insolvenz. Der neue Gesellschafter sieht die Chance für eine Rundum-Erneuerung und den Schritt zum Integrationsunternehmen.

Das Ziel: Das Unternehmen SCHEER Heizsysteme soll innovative Technologien für den Klimaschutz entwickeln, international wettbewerbsfähig sein und sozial verantwortlich arbeiten. Konkret: Jeder vierte Arbeitsplatz soll mit einem Menschen mit Behinderungen besetzt werden, gerne auch über 50 Jahre. Funktioniert das? Gibt es überhaupt passende Mitarbeiter? Und können sie mithalten in einem Betrieb, der sich im globalen Wettbewerb behaupten muss?

Auch Nicole Schroeter hat sich diese Fragen gestellt. „Zwei Mitarbeiter haben wir in Werkstätten für Behinderte gefunden, die übrigen haben durch direkten Kontakt oder über das Arbeitsamt aus der Arbeitslosigkeit geholt, sie

hätten sonst auf dem ersten Arbeitsmarkt keine Chance gehabt“, erzählt die Geschäftsführerin von SCHEER über ihre Mitarbeiter mit körperlichen, geistigen und psychischen Handicaps. Indem man in Teams arbeite, könne man solche Handicaps aber ausgleichen. Nach sieben Jahren lautet das Fazit von Nicole Schroeter deshalb: „Es läuft besser als ich gedacht habe. Heute haben wir nicht nur jeden vierten, sondern jeden dritten Arbeitsplatz mit Kollegen mit Handicap besetzt.“ Für Burkhard Baum von der Geschäftsleitung Hamburg/Schleswig-Holstein der Deutschen Bank ist dies ein Vorzeigebeispiel für ein international wettbewerbsfähiges Unternehmen, das auch soziale Verantwortung übernimmt:

„In den USA ist dies gang und gäbe, in Deutschland haben wir Nachholbedarf, deshalb sind Preisträger wie Scheer so wichtig.“

Pressebericht als PDF:

PDFArtikel "Kollegen mit Handicap erfolgreich integriert"

Kieler Nachrichten vom 05.04.2011

Geschäftsführerin Nicole Schroeter im neuen Trainingsraum für HeizungsinstallateureWöhrden - SCHEER Heizsysteme ist eines der wenigen Dithmarscher Unternehmen, die eine Frau an der Spitze haben. Nicole Schroeter führt die Wöhrdener Firma seit sechs Jahren. Die Entwicklung und der Bau der Heizungsanlagen aber ist noch fest in Männerhand.

"Meine Herren tüfteln gerne", sagt die 29-jährige Geschäftsführerin und meint dies durchaus anerkennend. Schließlich ist die Firma genau auf diese Tüftler angewiesen. "Wir sind ständig dabei, neue Technologien zu entwickeln, um eine Nische auf dem Markt zu haben." Dafür setzt die Firma, die 1953 von Rudolf Scheer gegründet wurde, bewusst auf ältere Mitarbeiter. "25 Prozent sind über 50 Jahre alt", sagt Schroeter, die es zu schätzen weiß, dass die erfahrenen Kräfte spezielles Wissen mitbringen. "Jetzt suchen wir zum Beispiel gerade einen Werkzeugmacher, der langjährige Praxiserfahrung hat."

Auf junge Kollegen will die Geschäftsführerin trotzdem nicht verzichten. "Wir benötigen schließlich auch neues Wissen. Innovative Produkte müssen mit neuen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung einhergehen." Deshalb arbeitet die Firma häufig mit Hochschulen zusammen und bietet Studenten Praktikumsplätze an sowie Themen für Diplomarbeiten. Derzeit laufen außerdem zwei Projekte mit der Fachhochschule Kiel. Zum einen wird der Einsatz von Nanotechnologie in der Heizungstechnik erforscht, zum anderen die Entwicklung von energie- und platzsparenden Heizkesseln für Krabbenkutter. Damit besinnt sich das Unternehmen auf seine Wurzeln: Das erste, vor 60 Jahren von Rudolf Scheer angemeldete Patent betraf einen Krabbenkocher.
Bernd Meyer ist für den Bereich Forschung zuständig. Hier arbeitet er am neu entwickelten Heizkessel SBN, der so klein ist, dass er gut auf Schiffen eingesetzt werden kann.
Seitdem hat SCHEER zahlreiche Brenner und Thermen auf den Markt gebracht. Auf der ISH-Messe in Frankfurt will die Firma im März ihr neuestes Produkt vorstellen: einen kleinen Ölheizkessel mit 6,5 Kilowatt-Leistung, der auf kleinen Schiffen und Booten installiert werden kann. "Klein in Leistung und Abmaßung" sei generell der Trend bei Heizsystemen. Hinzu kämen Umweltschutz und Energieeinsparung. Und Nanobeschichtungen könnten bald dafür sorgen, dass das Material länger hält.

Das Unternehmen beschäftigt 20 Mitarbeiter. Wert wird nicht nur auf ältere Kollegen gelegt. Seit 2004 ist SCHEER Integrationsunternehmen, ein Drittel der Belegschaft ist behindert. Pro Jahr erwirtschaftet die Firma rund zwei Millionen Euro Umsatz. In den vergangenen Jahren hat sie kräftig am Standort Wöhrden investiert: Eine neue Produktionshalle wurde 2005 eingeweiht, seit dem vergangenen Jahr gibt es einen Trainingsraum für die Kunden sowie einen eigenen TÜV-Prüfstand. Damit sieht Nicole Schroeter das Unternehmen gut aufgestellt für die nächsten Jahre.

Ausgewählter Ort im Land der Ideen

2600 Bewerber gab es in diesem Jahr für den Innovationswettbewerb "Deutschland. Land der Ideen" der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft. In Schleswig-Holstein haben sich sechst Orte durchgesetzt, aus Dithmarschen allein SCHEER Heizsysteme. Die Firma ist das einzige ausgewählte Industrieunternehmen des Landes. Überzeugt hat die Jury, dass "konsequent ältere und behinderte Mitarbeiter integriert" werden, weshalb die Firma zur Kategorie Gesellschaft gehört. Verbunden mit der Auszeichnung ist die Organisation einer Veranstaltung. Diese findet in Wöhrden am Freitag, 1. Juli 2011 statt. Dazu werden 150 Gäste aus Politik und Wirtschaft eingeladen.


Text und Fotos von Anja Petersen

Pressebericht als PDF:

PDF 07.02.2011 Dithmarscher Landeszeitung, Büsumer Nachrichten · Der Marschbote

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